Aktuelles

Konzerte

Über Arminio

Mit dem Namen weisen wir auf unsere kün­st­lerische Heimat hin, das ist die Stadt Det­mold, der Ort, an welchem wir uns ken­nen­gel­ernt, unser Ensem­ble gegrün­det und derzeit­ig unseren Lebens­mit­telpunkt haben.

Zum Wahrze­ichen Det­molds wurde schon bald nach seinem Bau das im August 1875 eingewei­hte Her­manns­denkmal für den in der Varuss­chlacht im Jahre 9 u. Z. siegre­ichen ger­man­is­chen Heer­führer Arminius (deutsch. Her­mann, auch Her­mann der Cherusker), errichtet auf ein­er Bergkuppe bei Det­mold, in deren Nähe nach dama­liger Auf­fass­ng die Schlacht im Teu­to­burg­er Wald stattge­fun­den hat­te.

Eine frühe kün­st­lerische Auseinan­der­set­zung mit der Iden­ti­fika­tions­fig­ur des Cheruskers stellt bere­its die Oper Arminio in drei Akten von Georg Friedrich Hän­del (1685 – 1759) dar, kom­poniert 1736. Das Libret­to basiert auf jen­em von Anto­nio Salvis, ital­ienis­ch­er Libret­tist 1664 – 1724), das sein­er­seits auf die franzö­sis­che Tragödie Arminius von Jean-Gal­bert de Camp­istron (1656 – 1723) aus dem Jahre 1648 zurück­ge­ht. Mit dem Libret­to von Anto­nio Salvis hat­te bere­its Alessan­dro Scar­lat­ti (1660 ‑1843) seine Oper Arminio im Jahre 1703 geschrieben, die bekan­nteste Fas­sung wurde jedoch die von Hän­del.

Vor allem die Her­manns­dra­men Friedrich Got­tlieb Klop­stocks (1724 – 1803) regten im weit­eren Ver­lauf des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhun­derts zu weit­er­er kün­st­lerisch­er Beschäf­ti­gung mit dem The­ma Arminius an: Hein­rich von Kleist (1777 – 1811) schrieb 1808 sein Dra­ma Her­mannss­chlacht, Friedrich de la Motte-Fouqué gle­ich­falls 1808 das Dra­ma Her­rmann. 

Arminius wurde auch als Ahn­herr der nationalen Bewe­gung von den Befreiungskriegen bis zur Reichs­grün­dung 1871 gefeiert, und der Gedanke eines Erin­nerungs­males am ver­muteten Ort des Sieges des Her­mann oder Arminius im Teu­to­burg­er Wald über die römis­chen Legio­nen unter dem Feld­her­rn Varus kam auf. So schuf Karl Friedrich Schinkel (1781 – 1841) um 1814 – 1815 ohne erkennbaren konkreten Auf­trag den Entwurf zu einem Denkmal für Her­mann den Cherusker. Sich­er aus dem Geist der Befreiungskriege 1813 – 1815 ent­standen, spiegelt dieser Entwurf jedoch eine roman­tisch-irreale Denkmalsvorstel­lung wider.

Real­is­tis­ch­er waren Entwürfe des Architek­ten, Bild­hauers und Malers Ernst von Ban­del (1800 – 1876) aus dem Jahre 1819. Seit 1834 nehmen die Entwürfe real­ere Vorstel­lun­gen an, gefördert durch all­ge­meine Bestre­bun­gen zur Her­stel­lung der nationalen Ein­heit. 1838 ver­stärken sich die Aus­führungsab­sicht­en. Karl Friedrich Schinkel reicht 1839 gemein­sam mit Chris­t­ian Daniel Rauch einen Konkur­ren­zen­twurf ein, der allerd­ings von den meis­ten geldgeben­den Vere­inen für den Bau eines Her­manns­denkmals abgelehnt wurde.

1840 unter­stützt der Kro­n­prinz einen neuen Entwurf Ban­dels, dessen Aus­führung daraufhin begin­nt und, mit Unter­brechung von 1848 bis 1862, 1875 been­det ist.